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Schärfen von Werkzeugen

Nichts ist schlimmer, als stumpfes Werkzeug. Auch wenn man sich noch so viel Mühe gibt und über jahrelange Erfahrung in der Holzbearbeitung verfügt, die Schärfe der verwendeten Werkzeuge ist zu einem großen Teil mit für das Endergebnis der Arbeit verantwortlich. Auch der Profi wird mit stumpfem Werkzeug kaum ein sauberes Ergebnis erzielen können.

Wer sich mit dem Thema Holzbearbeitung auseinandersetzt, wird irgendwann nicht daran vorbeikommen sich mit dem Thema Werkzeuge schärfen auseinander zu setzen. Auch derjenige, der in erster Linie mit Maschinen arbeitet, wird früher oder Später ein Stemmeisen benötigen, das auch irgendwann stumpf wird und geschärft werden muss.

Das Schärfen von Werkzeugen ist eine handwerkliche Tätigkeit, die ein wenig Übung verlangt und von jedem erlernt werden kann. Es ist einiges an Werkzeugen notwendig, um andere Werkzeuge zu schärfen. Die Vielzahl der Anleitungen im Internet (diese mit eingeschlossen) vermittelt dem Neuling oft den Eindruck es handele sich um eine Kunst für sich, die nur wenigen eingeweihten wirklich leicht von der Hand geht.

Dem ist natürlich nicht so. Das Schleifen komplett von Hand, ohne Hilfsmittel ist in der Tat eine Tätigkeit, die nicht jedem gelingt. Derzeit zähle ich mich auch dazu. Ich schaffe es zwar auch, freihand ein Werkzeug zu schärfen, aber es dauert bei mir sehr lange. Daher arbeite ich mit einer Führung, die es wirklich jedem leicht macht, ein Werkzeug richtig scharf zu bekommen.

Inhalt:

Methode 1: Trockenschliff in Kombination mit Wassersteinen

Methode 2: Handschliff mit einer Schleifführung

Allgemeines zum Schärfen von Werkzeugen

Es gibt im Internet und in Buchform viele Beschreibungen darüber, wie man Werkzeuge und im speziellen Stemmeisen und Hobeleisen schärft. Auf den folgenden Seiten möchte ich nun meine beiden Arten des Schärfens vorstellen.

Es handelt sich hierbei zum Einen um eine Kombination aus maschinellem Trockenschliff und dem Schärfen und Abziehen auf Wassersteinen. Die zweite Methode beschreibt das Schärfen ohne maschinelle Hilfe, aber mit Unterstützung einer Schleifführung.

Warum zwei Varianten

Als ich vor einigen Jahren meine eigene Werkstatt einrichtete, war ich es gewohnt meine Werkzeuge auf einem Doppelschleifer zu schleifen und dann abzuziehen. So lernte ich es in meiner Berufsausbildung und ich kam auch sehr gut damit zurecht. Den sehr ausführlichen Anleitungen, die es im Internet gab und die teilweise sehr detailliert waren stand ich eher skeptisch gegenüber. Ich sah erst einmal keinen Sinn darin, alles von Hand zu schleifen. Auch die Microfase und die Rückenfase (wird im Verlauf dieses Artikels näher erklärt) hielt ich für unnötig, obwohl ein Hohlschliff auf der Maschine mit anschließendem Abziehen im Prinzip auch einer Microfase entspricht.

Je mehr ich Gefallen am Arbeiten mit Handwerkzeugen fand und je mehr meiner preisgünstigen Hobel durch bessere ersetzt wurden, desto mehr interessierte ich mich für das Schärfen ohne Maschine. Dies hat auch mit den teureren Eisen zu tun, die ich nicht unbedingt unnötig schleifen oder gar schädigen wollte.

Ich habe einmal Versuche mit einer einfachen Schleifführung gemacht, das stellte mich aber nicht zufrieden. Das lag aber an der Führung, die leider nicht sehr gut war. Dann konnte ich eine bessere Schleifführung ausprobieren und entschloss mich dazu diese zu kaufen. Diese Führung (eine Veritas MK2) funktioniert ausgesprochen gut.

Seither schleife ich immer mehr von Hand und immer weniger mit der Maschine. Ich möchte daher beide Varianten vorstellen. Beide Varianten funktionieren auch und liefern bei richtiger Anwendung scharfe Schneiden.

Da ich immer wieder dazulerne und auch immer wieder neues Ausprobiere, ist es nicht auszuschließen, dass mit der Zeit eine weitere Methode hier vorgestellt wird. Vorerst werden es aber nur zwei sein.

Was wird dazu benötigt

Methode 1: Trockenschliff in Kombination mit Wassersteinen

Methode 2: Handschliff mit einer Schleifführung

Vorbemerkungen

Winkel an der Schneide

Bei Stemmeisen und Hobeleisen schleift man die Schneide üblicherweise in einem Winkel, der zwischen 25 und 30 Grad liegt. Das Eisen selbst sollte rechtwinklig sein. Besonders bei Hobeleisen ist es wichtig, dass die Grundform des Eisens rechtwinklig ist. Die Schneide selbst sollte gerade sein, keine Kerben oder Dellen haben. Lediglich bei den Eisen von Putzhobeln schleift man die Außenecken leicht rund, um scharfe, spürbare Kanten im späteren Hobelbild zu vermeiden.

Einige Anmerkungen zu Wassersteinen

Die verwendeten Wassersteine sollten zum Schärfen von Hobeleisen eine Breite von mindestens 60mm haben und von ordentlicher Qualität sein. Für gelegentliches Arbeiten mit den Steinen kann man auch einen sog. Kombistein nehmen. Dieser hat eine grobe und eine feine Seite. Bei Arbeiten mit den Steinen müssen diese immer nass sein. Es muss also während des Schleifens immer Wasser zugegeben werden.

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