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Spielturm im Garten

Eigentlich wollte ich einen Spielturm komplett aus Holz vom Sägewerk bauen. Nachdem ich das aber dann durchgerechnet habe, zeigte sich schnell, dass man für das Geld, das ein komplett fertiger Bausatz kostet, gerade einmal das Holz bekommt. Dazu dann noch die Rutsche, die Schaukeln, Bodenanker etc.

Beim kompletten Selbstbau muss man auch eine Konstruktion finden, die ausreichend stabil ist. Besonders beim Schaukelbalken stellt sich dann schnell die Frage, wie stark man das Holz dimensioniert. Der Arbeitsaufwand für den Zuschnitt und die anschließende Kantenbearbeitung ist ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Schnell war klar, dass ein Bausatz eine sehr gute Alternative darstellt. Man kann auf einem einfachen Bausatz basierend ja noch weitere Spielmöglichkeiten selbst anbauen oder den Spielturm noch umgestalten.

Der klare Vorteil eines fertigen Bausatzes ist, dass man sich über die Konstruktion und die Dimensionierung der Hölzer keine Gedanken machen muss. Wichtig ist jedoch, dass man einen TÜV Geprüften Bausatz kauft. Wir entschlossen uns daher für einen Bausatz eines bekannten Herstellers mit entsprechendem Prüfsiegel.

Grundkonstruktion

  • Verschraubte Konstruktion aus kesseldruckimprägniertem Nadelholz (Kiefer)
  • Schaukelanlage aus Rundholz
  • Spielturm aus gehobelten und abgerundeten Kanthölzern und Brettern
  • Rutsche aus Kunststoff (faserverstärkt)
  • Befestigung des Turmes im Boden mit Bodenankern in Punktfundamenten
  • Befestigung der Schaukelanlage im Boden mit Schraub- Erdankern

Der Bausatz wurde als ein Paket, gut verschnürt per Spedition angeliefert. Am darauf folgenden Samstag ging es dann auch direkt an den Aufbau. Es war acht Uhr am Morgen, Anfang März und es gab noch Nachtfrost. Aber das Spielhaus sollte ja bereits im Frühling spielbereit im Garten stehen. Also muss es vor dem Frühling aufgebaut werden.

Die Einzelteile wurden erst einmal sortiert und verteilt. Das Holz war noch sehr nass, was laut Beiblatt an der Kesseldruckimprägnierung liegen sollte. Diese war noch sehr frisch, was die Verarbeitung icht unbedingt angenehmer machte.

Am Vortag habe ich bereits neue Schrauben in passenden Längen herausgesucht, da die mitgelieferten Schrauben alle in einer Tüte durcheinander waren und es sich um sehr billig wirkende Schrauben mit PZ- Antrieb handelte. Die neuen Schrauben sind qualitativ hochwertiger und mit Torx- Antrieb, so dass nicht nur das Sortieren der Schrauben weggefallen ist, sondern auch das mühsame Verschrauben mit nicht mehr zeitgemäßem PZ-Antrieb.

Nach dem Studium der Montageanleitung ging es an die ersten Arbeiten. Die Einzelteile waren zwar alle passend abgelängt, aber nicht vorgebohrt. Im Laufe des Tages habe ich einige hundert Löcher gebohrt und gesenkt. Das Bohren von so nassem Holz funktioniert mit sehr scharfen Bohrern recht gut. Nahezu alle Bohr- und Schraubarbeiten wurden mit dem Festool CXS 1.3 Li erledigt, den ich auf dieser Seite näher beschrieben habe:
Neu in der Werkstatt: Festool CXS 1.3 Li
Das Video in diesem Artikel wurde beim Aufbau des Spielturmes aufgenommen. In diesem Artikel habe ich in einem Abschnitt auch beschrieben, wie sich der Schrauber beim Aufbau des Spielturmes geschlagen hat.

Ich habe den kompletten Turm alleine aufgebaut. Wenn man sich mit ein paar Werkstattböcken eine Hilfskonstruktion errichtet und eine bestimmte Reihenfolge beim Zusammenbau einhält ist dies nicht sehr schwierig.

Lediglich das Aufstellen des Schaukelgerüstes erwies sich ohne Helfer als nicht ganz so einfach, aber dennoch machbar.

Die Grundkonstruktion des Turmes war recht schnell verschraubt. Leider habe ich einen Fehler beim Zusammenbau der ersten Ebene und des Bodens gemacht, was eine Zerlegung einiger Teile und einen teilweisen Neuaufbau bedeutete. Alles in Allem kostete mich dies eine Stunde Arbeit. Nachdem der Fehler behoben war, konnte der Boden eingebaut werden. Ich musste eines der Bodenbretter in der Breite nachschneiden, was vermutlich an der hohen Holzfeuchte der Bretter lag.

Die Montage des Geländers war zwar mit viel Bohr- und Schraubarbeit verbunden, ging aber Problemlos. Den Abstand der einzelnen Geländerstäbe habe ich zunächst errechnet und mir dann zwei Klötzchen mit dem entsprechenden Maß geschnitten, die ich immer zwischen die Geländerstäbe halten konnte, so dass der Abstand nicht gemessen werden musste und auch immer gleich blieb.

Nachdem der Turm soweit montiert war, habe ich ihn flach auf die Wiese gelegt, um die Bodenanker zu befestigen. Anschließend wurde der Turm an seinem späteren Standort aufgestellt. Das Eigengewicht reichte schon aus, um die Bodenanker bis zur Hälfte in den Boden zu drücken.

Die Montage der Dachkonstruktion erfolgte bereits auf dem Turm stehend. Die Bodenanker wurden hierdurch komplett in den Boden gedrückt. Noch schwankte die Konstruktion ein wenig, aber sie machte dennoch einen stabilen Eindruck.

Die Rampe war bereits vormontiert und musste nur noch am Turm befestigt werden. Am Boden kommen Erdanker zum Einsatz, welche die Rampe halten.

Die Rutsche liegt auf dem Turm auf und wird lediglich mit zwei Schrauben gesichert.

Der Aufbau der Schaukel erwies sich als sehr kniffelig. Zum einen musste das Gestell in Position gehalten werden, zum Anderen galt es den Schaukelbalken zu befestigen. Ich habe das Gestell nur am Kreuzpunkt verschraubt, so dass ich den Abstand der beiden Füße und somit die Höhe des Schaukelbalkens noch nach dessen Montage verändern konnte.

Das Gestell wurde hierbei an zwei Werkstattböcke fixiert, so dass es nicht umfallen konnte, während der Schaukelbalken befestigt wird.

Nachdem alles fixiert und ausgerichtet war, wurde die Konstruktion mit entsprechend großen Schrauben verbunden. Die Position wird am Boden markiert und die ca. 60cm langen Erdanker für das Gerüst werden in den Boden geschraubt.

Der Schaukelbalken wird am Turm befestigt, das Gestell wird mit den Erdankern verschraubt und der Schaukelbalken wird mit zwei Schrauben 12x180 mit dem Gestell verbunden.

Die Spielanlage wird durch eine Kletterwand komplettiert. Sie gibt dem Turm noch einen Zusätzlichen halt. Die Wand besteht aus Nut- und Feder- Brettern, die angeschraubt werden. Zum Schluss werden noch die Kletterhilfen mit je zwei Schrauben M10 und entsprechenden Einschlagmuttern befestigt.

Bedingt durch immer wieder auftretenden Bodenfrost, erst nach einigen Wochen, in denen der Turm der Witterung ausgesetzt war, nachgetrocknet ist und probebespielt wurde, erfolgt die endgültige Befestigung in Punktfundamenten.

Zuvor werden jedoch die meisten Schraubverbindungen der Grundkonstruktion noch einmal nachgezogen. Das Holz ist stark nachgetrocknet und viele Verschraubungen wurden hierdurch locker.

Mit einigen Kanthölzern wird der Turm ausgerichtet und angehoben, so dass die vier Hauptbalken keinen Erdkontakt haben. Die Löcher für die Punktfundamente werden gegraben. Ich habe die Fundamente ca. 50cm tief gegraben, mit einem Durchmesser von ca. 40cm. Nachdem alle Löcher gegraben sind, werden sie mit einer Betonestrich Mischung vergossen. Nun muss der Beton aushärten. Nach mehreren Tagen kann der Turm wieder genutzt werden und steht Bombenfest.

Der fertig montierte Turm

Der eigentliche Aufbau des Turmes dauerte ca. 7 Stunden und ist alleine zu bewältigen. Das anlegen der Punktfundamente dauerte dann nochmal ca. 1,5 Stunden. So gesehen hat man nach 8-9 Stunden Arbeit eine Spielanlage, die zwar noch nicht fertig ist, aber bereits bespielt werden kann. Dies ist meiner Meinung nach ein wichtiger Faktor, der für einen Bausatz spricht. Ein kompletter Eigenbau würde sich wohl über einige Wochen hinziehen, in denen aber die Anlage nicht genutzt werden kann.

Als wichtige Punkte, die nicht in der Aufbauanleitung erwähnt sind erscheinen mir aber, dass man die Schrauben gelegentlich und vor allem einige Wochen nach dem Aufbau kontrollieren und nachziehen sollte. Weiterhin fehlt der Hinweis, dass sich auf dem Holz noch Rückstände der Imprägnierung befinden. Diese waschen sich nach einigen Regengüssen ab. Kinder sollten erst dann mit dem Holz in Berührung kommen, wenn sichergestellt ist, dass diese Rückstände vollständig entfernt sind.

Anstehende Verbesserungen

Nachdem der Turm steht sind schon einige Verbesserungen an der Konstruktion geplant. So ist die Rampe nur genagelt. Dies wird irgendwann zu locker werden. Die Rampe wird daher wohl verschraubt werden müssen. das Dach mit der einfachen Bespannung wird einem massiveren Dach weichen. Der Untere Teil des Turmes wird umgebaut, so dass dort Spielzeug dauerhaft verbleiben kann.

Derzeit ist das Spielzeug in der grauen Plastiktruhe untergebracht, was so natürlich nicht gut aussieht und keine Dauerlösung sein soll.

Es werden vermutlich auch nach und nach weitere Spielmöglichkeiten angebaut werden. Dieser Artikel wird demnach noch einige Updates erfahren, in denen ich den weiteren Um- und Ausbau des Turmes beschreibe.

Die Rutsche ist in einen kleinen Erdhaufen eingebettet, Dieser wird noch mit Rasen eingesät.