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Gartenzaun

Unser Garten ist durch zwei Wege in drei Felder aufgeteilt. Ein Teil ist Hecke und Wiese, in der Mitte befindet sich der Spielbereich für unseren Sohn und in einem weiteren Teil ist ein großes Staudenbeet, ein Geräteschuppen und ein kleiner Gartenteich. Ein weiterer Teich soll dort noch entstehen. Damit unser Sohn nicht in den Teil mit dem Teich gelangen kann, muss ein Zaun gebaut werden, der diesen Teil des Gartens abtrennt.

Damit man aber noch in diesem Gartenabschnitt gelangen kann, werden zwei kleine Tore eingebaut, die abschließbar sein werden. Von der Terrasse kann man dann ungehindert in den Spielgarten, aber nicht ohne Weiteres zum Teich.

Grundkonstruktion

Inhalt:

1. Herstellung der Pfosten

Damit der Zaun nicht überklettert werden kann, darf er auf der Spielgarten- Seite keine Querstreben oder ähnliches aufweisen. Die Höhe beträgt 1,2m. Alle Kanten werden abgerundet. Dies vermindert die Verletzungsgefahr und ist auch gut für den Holzschutz. Wasser staut sich an scharfen Kanten eher auf, als an abgerundeten und der Anstrich ist an abgerundeten Kanten auch stabiler, als an scharfen Kanten.

Der Zaun wird nicht für die Ewigkeit gebaut. Er muss nur einige Jahre, vielleicht 10, halten. Daher werden die Pfosten mit Bodenhülsen in der Erde befestigt und nicht einbetoniert. Dies gibt dem Zaun ausreichend Stabilität und er kann, wenn er nicht mehr benötigt wird abgebaut werden. Eventuell findet sich dann ja eine andere Verwendung für die Zaunelemente. An einigen Stellen wird es aber notwendig sein, den Zaun, der ca. 17m Lang werden wird zu stützen. Das wird sich zeigen, wenn die ersten Elemente stehen.

Die 17 Meter Länge werden in 10 Segmente unterteilt, die wie auf der nebenstehenden Skizze dargestellt, angefertigt werden. Alle Teile werden vor dem Aufbau zweimal mit Lasur gestrichen.

Das Material für den Zaun kommt vom örtlichen Sägewerk. Es wurde nach meinen Angaben zugeschnitten und ausgehobelt. Es handelt sich um einheimisches Douglasienholz. Ich habe bereits mehrere Außenprojekte mit Douglasie gemacht und ich verarbeite dieses Holz sehr gerne.

Die Dimensionen sind wie folgt: Die Pfosten werden aus 80x80mm Dicken Kanthölzern gefertigt. Die Querlatten haben einen Querschnitt von 28x100mm und die Zaunbretter wurden auf ein Maß von 20x140mm ausgehobelt.

Das Holz ist nur gehobelt, nicht geschliffen. Da ich aber eine etwas glattere Oberfläche haben wollte, wurden die Kanthölzer noch einmal mit dem Festool Rotex RO 150 EQ bearbeitet. Mit Schleifpapier Korn 80 und noch einmal Korn 120, jeweils im Grobschliffmodus, geht das sehr schnell. Der Vorteil gegenüber einer nur gehobelten Fläche ist, neben der Splitterfreiheit, dass sich die Lasur besser streichen lässt.

Ich versuche bei diesem Projekt, möglichst viele Arbeitsgänge vor dem Ablängen der Teile zu machen, da dies viel Zeit spart. Allerdings ist meine Werkstatt zu klein, um die langen Teile darin vernünftig zu bearbeiten. Daher geschieht dies vor der Werkstatt.

Zum Ablängen der Kanthölzer muss zur Werkstatttür heraus gearbeitet werden da in der Werkstatt zu wenig Platz ist. Die Tischkreissäge wird entsprechend positioniert und vor der Tür wird ein Rollenbock zur Abstützung der langen Kanthölzer aufgestellt. Der Schiebeschlitten wird fixiert und ein zweiter Anschlag auf der anderen Tischhälfte montiert. So ist das lange Kantholz gut positioniert.

Meine Tischkreissäge hat nur eine Schnitthöhe von 65mm. Daher müssen die Kanthölzer erst von der einen Seite eingeschnitten werden, bevor sie umgedreht und durchtrennt werden können. Das Sägeblatt wird hierbei durch das festliegende Holz gezogen. Dies ist sicherer, als das Holz durch das laufende Sägeblatt zu schieben.

Die Zaunpfosten sind 80x80mm im Querschnitt. Die verwendeten Bodenhülsen haben ein Innenmaß von 70x70mm. Dies ist so beabsichtigt. Die Pfosten werden an den Enden entsprechend abgeblattet. Dadurch wird die Bodenhülse vom Pfosten überdeckt und es läuft kein Wasser in die Bodenhülse hinein. Zwar könnte das Wasser aus der Hülse ablaufen, aber wenn die Hülse im Boden steckt, ist dieser Ablauf nicht frei. Das Wasser würde recht lange in der Hülse stehen und langsam versickern. Ein weiterer Vorteil ist, dass die scharfen Kanten der Hülsen abgedeckt sind. Die Abblattung ist nicht so tief wie die Bodenhülse, so dass der Pfosten nicht in der Hülse aufsteht. Auch dies soll verhindern. dass das Holz längere Zeit im Wasser steht.

Das Fräsen dieser Abblattung gestaltete sich sehr einfach. Mit einem 16mm Nutfräser wird die Abblattung Schritt für Schritt gefräst. Der eingestellte Parallelanschlag begrenzt die Fräsung. Die Absaugung tut sich hierbei jedoch sehr schwer, da nur von oben abgesaugt werden kann, die Späne aber seitlich frei herausfliegen können. Aber ein Teil landet trotzdem im Werkstattsauger.

Diesen Arbeitsgang können Sie sich weiter unten auf dieser Seite, in einem kurzen Video genauer ansehen.

Die Pfosten werden mit je zwei durchgehenden Maschinenschrauben M10x80mm mit der Bodenhülse verbunden. Hierzu müssen die Löcher vorgebohrt werden. Das funktioniert am besten mit einem Bohrständer oder einer Ständerbohrmaschine. Ich benutze einen Bohrständer, da ich für eine größere Maschine keinen Platz habe. Der Bohrständer wird auf der Werkbank platziert. Das zu bohrende Kantholz wird unterbaut, damit es gerade auf dem Maschinentisch aufliegt und nicht abkippen kann.

Auf den Maschinentisch habe ich ein Stück Malerkrepp aufgeklebt. Statt Anschläge zu befestigen, zeichne ich mir auf dem Kreppband eine Linie, an die ich die Kante der Abblattung anlege. Auf diese Weise werden alle Pfosten gleich gebohrt.

Die Löcher haben einen Durchmesser von 10mm. Um Toleranzen auszugleichen bohre ich die Löcher noch mit einem 12mm Bohrer im Akkuschrauber auf. Da ich keinen kurzen 12mm Bohrer habe, der sich im Bohrständer nutzen ließe, muss ich einen zweiten Arbeitsgang in Kauf nehmen. Das vorhandene Loch dient hierbei allerdings als Führung.

Nachdem die Kanten der Pfosten mit der Kantenfräse abgerundet wurden und ein zweimaliger Lasurauftrag erfolgt ist, werden die Bodenhülsen montiert. Sie werden über die Abblattung aufgeschoben und mit je zwei Schrauben befestigt. Die Länge der Schrauben ist so gewählt, dass die Mutter komplett greift, aber die Schraube nicht über die Mutter übersteht. Auch dies mindert die Verletzungsgefahr am Zaun.

Die Pfosten werden nun erst einmal in der Garage zwischengelagert. Der nächste Schritt wird das Fertigen der Zaunbretter sein. Insgesamt werden es über 100 Zaunbretter werden.

Video

Zaunpfosten abblatten

Das Video zeigt das Fräsen der Abblattung. Zunächst wollte ich hierfür eine Schablone bauen. Nach einer ersten Probefräsung zeigte sich jedoch, dass dies nicht notwendig ist. Der Parallelanschlag der Oberfräse verhindert dass die Abblattung zu groß wird. Er dient ebenso dazu, eine gerade Abschlusskante zu fräsen. Wichtig ist hierbei, dass man die Maschine immer sicher führt und nur auf der Seite der Maschine Druck ausübt, die auf dem Holz aufliegt.

Dieses Video in hoher Auflösung (15,8MB, Dateiformat *.mp4)
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